Ein Gewächshaus als Zeichen der Hoffnung

Das neue Gewächshaus in Bosnien und Herzegowina wird künftig die Situation einiger Einheimischer durch regelmäßige Ernten deutlich verbessern.

.In Bosnien und Herzegowina gibt es auch etliche Jahre nach dem verheerenden Bürgerkrieg immer noch viele Menschen, die am Existenzminimum leben.

Das sehr löchrige soziale Netz, kann nur das allernötigste auffangen. Die Arbeitslosenquote in Vareš, einer Kleinstadt im Osten, liegt bei bis zu 60 %.

„Die Unterstützung von staatlicher Seite ist gering, weil auch hier das Geld knapp ist. Um ihre Existenz zu sichern, leben viele Menschen mehr oder weniger von der Hand in den Mund“, sagt Horst Kasperski, Leiter Auslandsdienst der Malteser Wetzlar.

So auch die Familie Nermin Botić. Der Vater lebt mit seinem minderjährigen Kind in einem sehr bescheidenen Haus im kleinen Dorf Dabravin im bergigen Umland von Vareš. Im gemeinsamen Haushalt mit seinen Eltern sind die Verhältnisse äußerst ärmlich.

Nermin Botić arbeitete kurzzeitig in einer Erzmine bei Breza die nach dem Krieg geschlossen wurde, derzeit ist er arbeitslos. Zusammen mit seinen Eltern baut er etwas Gemüse wie Kartoffeln, Zwiebeln und Radieschen an und verkauft es, um alle zu ernähren. Nermin Botić befindet sich in einem Zustand sozialer Not, da er kein eigenes Geld verdient, so dass die ganze Familie nur von der spärlichen Rente der Mutter lebt.

Belastend zur ohnehin schon sehr schlechten wirtschaftlichen Lage kam das Coronavirus hinzu. „Corona kennt natürlich keine Grenzen“, so Kasperksi, „und auch in Bosnien und Herzegowina hat die Bevölkerung zusätzlich sehr darunter zu leiden. Das Gesundheitssystem ist mehr als unzureichend, um es noch gelinde auszudrücken. Und wieder einmal trifft es die Armen und Hilflosen am härtesten.“

„Hier möchten wir als Malteser mit unserer Aktion Hoffnungszeichen Beschäftigung nachhaltig und zielgerichtet helfen“ erläutert Kasperski. Durch einen persönlichen Besuch im Land, kennt er die Situation dort sehr gut, und weiß welche Hilfe am sinnvollsten ist.

Und man spürt, wie wichtig ihm dieses Thema ist. Kasperski weiß, wie viele jungen Menschen das Land verlassen, weil sie hier keine Perspektive mehr sehen. „Wir möchten mit dem Kauf und dem Aufbau eines Gewächshauses die sehr schlechte Situation der Familie Nermin verbessern“ sagt Kasperski. Denn damit sind nun bis zu drei Ernten im Sonnenreichen Bosnien und Herzegowina möglich. „Damit wird zusätzlich die heimische Wirtschaft gefördert, denn das Gewächshaus wird durch eine Firma vor Ort in Zusammenarbeit mit dem dortigen Sozialamt aufgebaut.“

Das Gewächshaus konnte auf dem kleinen Stück Land, dass die Familie ihr Eigen nennt direkt über eine schon vorhandene Himbeerplantage platziert werden.

Hier wird schon Gemüse angebaut und nun ist es ist möglich, die Überschüsse in Form dem Wochenmarkt zu verkaufen, um damit die finanzielle Last zu erleichtern.

Die Familie Botić sagt deshalb allen, die zum Kauf des Gewächshauses beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön! Und die Malteser natürlich auch.

Boris Falkenberg, Beauftragter der Malteser des Lahn-Dill-Kreises gibt klar zu verstehen, dass die Malteser auch in den Zeiten, in denen wir selbst mit vielen Problemen zu kämpfen haben, die schwierige Situation der Menschen in Bosnien und Herzegowina nicht vergessen. „Uns ist es wichtig, den Menschen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben“ so Falkenberg. Darüber hinaus ist es den Malteser wichtig, eine nachhaltige Hilfe zu leisten. Falkenberg bringt es auf den Punkt: „Nur wenn Menschen sich mit unserer Hilfe später selbst helfen können, haben wir alles richtig gemacht“! 

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