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Malteser Wetzlar / Lahn-Dill

Besuch aus dem Herzen Afrikas

01.06.2018

HRS/Wetzlar. Mitte April reiste eine Delegation aus vier ugandischen Ärzten nach Deutschland, um sich dort mit den Experten von Malteser International im Rahmen des Projektes „Emergency Medical Service in Uganda“ auszutauschen. Ziel dieser Reise war es, das deutsche Rettungswesen kennenzulernen und Informationen für den Aufbau eines vergleichbaren Systems in dem ostafrikanischen Land zu sammeln. Auf ihrer Rundreise machten sie für drei Tage Station im Malteser Bildungszentrum Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (HRS) in Wetzlar, um Einblick in die Organisation und praktische Umsetzung der deutschen Notfallversorgung zu erhalten, Einblicke in die Ausbildung zu nehmen und einen Tag auf verschiedenen Rettungswachen zu verbringen.

Das Malteser Bildungszentrum HRS unterstützt seit vergangenem Jahr Malteser International mit seiner Expertise in der rettungsdienstlichen Ausbildung, sowohl von Deutschland aus als auch vor Ort in Uganda: So reiste Claus Kemp im November in die ugandische Hauptstadt Kampala, um dort gemeinsam mit Alfred Kinzelbach, dem langjährigen Leiter des Regionalbüros von Malteser International, Gespräche zu führen und den Status Quo zu erheben. Nun begrüßte Claus Kemp die ugandische Gruppe in Deutschland und begleitete sie zwei Tage durch ein abwechslungsreiches und spannendes Programm.

Neben Vorträgen und Vorführungen realistischer Fallbeispiele durch Claus Kemp, die Mitarbeiter Sebastian Sachs und Alexander Cranshaw sowie Notfallsanitäter-Schüler standen Besuche in der Zentralen Leitstelle Lahn- Dill sowie im Klinikum Wetzlar auf dem Programm. Höhepunkt für die Gäste war die Hospitation in den Malteser Rettungswachen. Dr. Kalanzi, Dr. Otim, Dr. Baptiste und Dr. Ssekitooleko verbrachten einen Praxistag auf den Wachen in Münzenberg-Wetzlar-Naunheim, Gambach und Braunfels Wetzlar-Naunheim, Gambach und BraunfelsGambach und Wetzlar-Naunheim sowie der Notarztwache Braunfels, um auf drei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug den Alltag der Retter zu erleben. Insgesamt absolvierten die Mediziner neun Einsätze. Die Zeit dazwischen wurde ausgiebig genutzt, um Gespräche mit den diensthabenden Kollegen zu führen und viele Fragen zu stellen.

Dr. Andrew Sekitooleko aus Uganda stellte abschließend fest: „Es kommt aus meiner Sicht nicht so sehr auf professionelle Geräte an, sondern vor allem auf die Experten, die sie bedienen. Die Rettungswagenbesatzung am Unfallort arbeitete in erster Linie sehr strukturiert und im Team – mit ihren Händen und ihrem Verstand. Es ist aus meiner Perspektive sinnvoll, die Priorität in Uganda auf die Ausbildung zu setzen.“ Claus Kemp ist stolz darauf, dass das Bildungszentrum der Malteser dabei wichtige Impulse und Kompetenzen vermitteln und im Bereich der Ausbildung vor Ort Pionierarbeit leisten darf. „Es war eine Freude anzusehen, wie stark das Interesse unserer ugandischen Partner ist und wie begeistert sie, insbesondere durch den praktischen Einsatz auf den Rettungswagen der Malteser, die Umsetzung des Projektes, insbesondere auch im Bereich der Ausbildung, weiter planen.“ Perspektivisch streben Malteser International und das Malteser Bildungszentrum HRS eine langfristige Zusammenarbeit an, um das Rettungswesen in Uganda auszubauen. 

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